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Huflattich


Tussilago farfara


Sein lateinischer Name bedeutet übersetzt „Husten“ -womit bereits die Hauptanwendung genannt wird.Der Huflattich wurde bereits im 11. Jahrhundert erwähnt und gilt seither als wirksames volkstümliches Heilmittel bei Hustenerkrankungen. Die Naturärzte des Altertums bis hin zu Pfarrer Kneipp lobten ihn. Da die Pflanze vorerst keine Blätter hat, während die Blume manchmal schon im Februar/März erscheint, sagten unsere Vorfahren: Der Sohn komme vor dem Vater.Die Pflanze eignet sich hervorragend zur Linderung hartnäckigen Reizhustens und löst den zähen Schleim. Sie hilft bei Asthma freier zu atmen, denn sie erweitert die  Bronchien. Denn das Kraut stimuliert die Flimmerhärchen, den Schleim aus den Luftwegen zu befördern.Huflattich ist blutreinigend, regt den Appetit an und wirkt gegen Verdauungskrämpfe.Innerlich helfen die Blätter bei Gallen-Magenproblemen sowie bei Husten und Zahnschmerzen.Zur äußerlichen Anwendung kommen die - z.B. mit einem Nudelholz gewalkten - Blätter als entzündungshemmende und schmerzlindernde Auflage. Die große Verwandte des Huflattichs ist die Pestwurz, welche zur gleichen Zeit blüht.

Botanische Kennzeichen

Das Wildkraut gehört zur Familie der Korbblütler. Die mehrjährige Pflanze ist in Europa, Afrika, West- und Ostasien heimisch und gilt in Nordamerika als eingebürgert.Zur Blütezeit von März bis April bilden sich die gelben Blüten, danach erscheinen die herzförmigen Blätter mit behaarter Unterseite. Die Pflanze wird 10 bis 30 cm hoch.Sie ist auf Ton- und Lehmböden, auf trockenen, warmen, durchlässigen Standorten wie Dämmen, Steinbrüchen und unbefestigten Wegen anzutreffen.

Volksnamen

Ackerlattich, Berglatschen, Brandlattich, Brustlattich, Eselshuf, Heilblatt, Rosshuf, Sandblume, St. Quirinskraut

Therapeutische Eigenschaften   

  • auswurffördernd   
  • blutreinigend   
  • Bronchialasthma   
  • Husten, Bronchitis   
  • Heiserkeit   
  • Ohrenschmerzen   
  • Gelenkschmerzen   
  • Rheuma   
  • Rippenfellentzündung   
  • krampflösend   
  • Appetitlosigkeit   
  • Magen-Darm-Katarrh   
  • Vergiftungskopfschmerzen   
  • Hautausschläge   
  • Wunden, frische und vereiterte Entzündungen   
  • Schwellungen   
  • Zahnschmerzen


Inhaltsstoffe

Glykosid, Schleimstoffe, Inulin, Phytosterin, Bitterstoffe, Gerbstoff, Gallussäure, Salpeter, Mineralstoffe

Teeaufguss innerlich

Als Tee ist die gesamte Pflanze wirksam.1 TL Blüten oder  Blätter mit 200 ml  Kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 5 Min. ziehen lassen, davon 2 - 3 Tassen täglich trinken
Besonders frühmorgens, nüchtern getrunken,  ist der Tee hilfreich den über Nacht angesammelten Schleim abzuhusten.

Kräuterspülung

1 EL Huflattichblüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, zugedeckt ziehen lassen,
bei fettigen Haar und Haarausfall,nach dem Waschen als Spülung verwenden und nicht mehr auswaschen.

Auflage

Sie zieht alle krankhaften Stoffe nach außen
Die gewaschenen und zerstoßenen Blätter mit Honig vermischtbei frischen und vereiterten Wunden, Entzündungen und Schwellungen.

Zerquetschte Huflattichblätter mit frischer, süßer Sahne verrührenbei entzündeten Venen mehrmals täglich auflegen.

Frische Blätter werden zerdrückt, gedörrte werden leicht weich gekocht und so aufgelegt,bei hitzigen Geschwulsten, Geschwüre und  offenen Füßen,um Schmerzen und Hitze zu vermindern.

Die Blätter von Huflattich und Pestwurz über Nacht mit der rauen Seite auf die Stirn auflegen und mit einem Tuch oder Stirnband befestigen,bei Vergiftungskopfschmerzen.

Huflattichblätter als Brustauflage, um gut zu schwitzen!

Huflattichblätter auf ein Bettlaken verteilen, Kranken gut einwickeln und zudecken

bei Rheuma dazu eine Teemischung * (s. unten)  zum Schwitzen trinken

Gurgelwasser

bei Heiserkeit und Rachenkatarrh, mehrmals täglich

Ohrentropfen

frisch gepressten Huflattichsaft ins Ohr tropfen
bei Ohrenschmerzen

Dampfbäder
zur Inhalation bei Erkältungen und Bronchitis

Tinktur

1 Hand voll Blüten in 1 L Branntwein einlegen und 8 Wochenan einem warmen Ort stehen lassen.
Bei Verschleimung 10 Tropfen auf 1 Löffel Honig 3 - 4mal täglich einnehmen.

Huflattichsirup

Huflattichpulver

Teemischungen

hier gibt es vielfältige Mischungen, z. B. bei trockenem Reizhusten, schleimlösender Hustentee, bei Asthma, als Schwitztee bei Rheuma

Hinweis

Die Anwendungen sollten stets kurzzeitig erfolgen und insgesamt nicht länger als max.4 Wochen im Jahr betragen. Den Tee nach 6 Tagen absetzen.Während der Schwangerschaft und Stillzeit soll Huflattich nicht getrunken werden.Das Kraut enthält Pyrrolizidinalkaloide, welche lebertoxisch und möglicherweise krebsauslösend sein sollen, was in der Fachwelt jedoch sehr kontrovers diskutiert wird.

Bis zu 3 TL des Krauts täglich enthalten jedoch nur 10 Milligramm des Pyrrolizidinalkaloids und werden als unbedenklich eingestuft.

Kräuterküche

Größere Blätter des Huflattichs eignen sich gewaschen und gebrüht zum Füllen, wie Krautrouladen.

..Die große Verwandte des Huflattichs ist die Pestwurz. Sie blüht zur gleichen Zeit. Man kann sie wie Huflattich verwenden. Zusätzlich eignen sich ihre großen Blätter, wenn man diese mit dem Nudelholz walkt, hervorragend für Umschläge, bei schmerzenden Gelenken und Wunden. 


Johanniskraut


Hypericum perforatum


„Pflanzlicher Tranquilizer“


Botanische Kennzeichen und Vorkommen

Das Johanniskraut ist eine 25 – 90 cm hohe Staude, welche in ganzMitteleuropa vorkommt. Dieses Hartheugewächs besitzt sternförmige gelbe Blüten, in Trugdolden, die sich bei Beschädigung rot verfärben. Der Stängel ist zweikantig. Hält man die Blätter gegen das Licht, entdeck man darin helle Punkte, die Öldrüsen.

Volksnamen

Blutkraut, Christi Kreuzblut, Elfenblut, Fieberkraut, Hartheu, Hexenkraut, Jagateufel, Jesuwundenkraut, Johannesblut, Löcherkraut, Sonnenwendkraut, Teufelsfluch, unserer Frauen Bettstroh, Wundkraut

Naturheilkundliche Bedeutung und Therapeutische Eigenschaften   

  • Depressionen   
  • vegetative Dystonie   
  • Stressreaktionen   
  • Schlafstörungen   
  • Wund- und Narbenschmerzen   
  • Neuralgien (Trigeminus, Ischias)   
  • Verrenkungen   
  • Kopfschmerzen   
  • Menstruationsbeschwerden   
  • Wechseljahrsbeschwerden   
  • Magen- und Darmstörungen  
  • Sodbrennen, Blähungen   
  • Leberbeschwerden   
  • Verbrennungen, Hautschäden   
  • Akne, Schuppenflechte   
  • Rheuma, Gicht   
  • Anschwellungen   
  • Drüsenschwellungen   
  • Blasenschwäche   
  • Hämorrhoiden   
  • Halsentzündungen


Teeaufguss innerlich:

1-2 TL des Krauts pro Tasse mit kochendem Wasser überbrühen oder10 Min. lang kochen lassen
gallentreibend, stimmungsaufhellend und beruhigend, gut bei Menstruationsbeschwerden, reinigt Nieren und Leber, kräftigt das Herz.

Sitzbad

1 Eimer Johanniskraut über Nacht mit kaltem Wasser ansetzen. Vor dem Bad alles zum Kochen bringen und dem Bad hinzufügen. Badedauer 20 Minuten
Zusätzlich zur Teekur
bei Depressionen, Schlafstörungen, hysterischen Anfällen, Sprachstörungen und Bettnässen anwenden.

Johanniskrauttinktur

bei Nervenleiden, SchlaflosigkeitJohanniskrautsaftbei nervöser Erschöpfung und nervösen Schlafstörungen

Johanniskrautöl äußerlich:

Bei Verbrennungen, schlecht heilende Wunden, Rheuma, Gicht, Gelenkschmerzen, Verrenkungen, Anschwellungen, Hämorrhoiden und zur Hautpflege

Eine weitere Möglichkeit ist es,  die Blüten in Leinöl anzusetzen, welches sich dann als Hausmittel bei Brandverletzungen, Sonnenbrand und Verbrühungen besonders eignet.Die Einreibungen mit Johanniskrautöl fördern durch Photosensibilisierung die Enzymbildung, lockern so Muskelverkrampfungen und beheben Muskel- undRückenschmerzen (dazu 1 Woche lang anwenden)innerlich:

1 TL des Öls abends vorm Schlafengehen schlucken, um die Wirkung über Nacht zu nutzen. Hilft bei Angina, Halsentzündungen

10 Tropen des Öls auf Zucker eingenommen

Gesichtspackung

Reinigungscreme

Teemischungen

verschiedene Mischungen z.B. bei Arterienverkalkung, bei Atemwegserkrankungen,bei Asthma,bei Erkältungskrankheiten,bei Migräne, bei Kopfschmerzen, bei Nervosität, bei Schlafstörungen, bei Stoffwechselstörungen, bei Wechseljahrsbeschwerden, bei Durchfall, bei Hämorrhoiden

Homöopathie

Hypericum kann u.a. als Akutmittel bei Schockzuständen infolge einer Nervenverletzung am Rückrat verabreicht werden.

Hinweise

Das Kraut nicht während der Schwangerschaft anwenden.Die Haut besonders hellhäutiger Menschen kann durch die Einnahme des Krauts sonnenempfindlicher werden, daher ist pralles Sonnenlicht und Solarium während der Behandlung zu vermeiden.